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24.05.07 Parchim soll ein Drehkreuz für Luftfracht werden

Quelle im Kieler Nachrichten online vom 08.05.2007

100 Millionen Euro will die chinesische LinkGlobal
Logistics Co. Ltd. in mehreren Schritten in den Ausbau des Flughafens Parchim im Herzen Mecklenburg-Vorpommerns investieren.

20 Millionen Euro sollen noch dieses und nächstes Jahr fließen. Das Unternehmen will, wie berichtet, das 800 Hektar große Areal, ursprünglich eine sowjetische Militärbasis, erwerben. Der Kreistag hat bereits zugestimmt; das Okay des Schweriner Innenministeriums als letzter zustimmungspflichtiger Behörde gilt als sicher.

Nach den Vorstellungen des Parchimer Landrats Klaus-Jürgen Iredi sollte sich der Flughafen auf Überseefrachtverkehr in Charter spezialisieren. Für diesen sind nach Ansicht des Verkehrsexperten Rüdiger Soltwedel vom Kieler Institut für Weltwirtschaft noch stärkere Wachstumsraten zu erwarten als für den boomenden Containerverkehr über See.

Parchim verfügt über eine 3000 Meter lange Start- und Landebahn, die auch für das derzeit größte Frachtflugzeug der Welt, die russische Antonow ausreicht, sowie eine 24-Stunden-Betriebserlaubnis: zwei uneinholbare Standortvorteile gegenüber den Nachbarflughäfen Berlin-Tegel und -Schönefeld sowie Hamburg-Fuhlsbüttel. Jahrelang hatte sich die Baltic Airport GmbH, deren erste Privatisierung am Konkurs des damaligen britischen Investors gescheitert war, um eine Kooperation mit der Flughafen Hamburg AG bemüht. Vergeblich. Die Mecklenburger holten sich einen Korb. Flughafen-Hamburg-Chef Michael Eggenschwiler hat unterdessen angekündigt, den Frachtumschlag, sobald er an die Kapazitätsgrenzen stößt, auf eigenem, Fuhlsbütteler Gelände ausbauen zu wollen. Dass ausgerechnet Chinesen jetzt Partner von Parchim sind, dürfte den Mecklenburgern sehr zupass kommen: Aus Ostasien kommen die erwarteten Warenströme.
Beim Passagierverkehr tut sich hingegen im Norden relativ wenig: Die Pläne für Jagel stocken, unter anderem auch, weil der Flughafen Rostock-Laage deutlich hinter den Erwartungen zurückbleibt. Der Betreiber von Jagel, die Firma Airgate SH, hatte bisher immer mit dem wachsenden Passagieraufkommen in Laage seine Planungen untermauert. Und die irische Fluggesellschaft Ryanair hatte sich schon im September vergangenen Jahres für Bremen und damit gegen Lübeck als zweite Deutschland-Basis entschieden. Von Wolfgang Buhmann


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