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06.10.06 Präzision in den Netzwerken

Quelle, SVZ-Online, 06. Oktober 2006

Parchim (Von Barbara Arndt) • Seit sechs Jahren besteht das InnoRegio-Projekt Nukleus im Wirtschafts- und Forschungsdreieck Parchim–Wismar–Rostock. In dieser Zeit konnte die Stadt Parchim nicht nur durch das Kompetenzzentrum PITZ, sondern durch steigende Wirtschaftskraft und die Schaffung von Arbeitsplätzen profitieren. Beispiele machen deutlich, was diese InnoRegio-Maßnahme in der Region bedeutet. So wurden aus dem Kreis der 38 Vereinsmitglieder des Nukleus e.V. seit dem Jahr 2000 mehr als 60 Patente angemeldet. Die Zahl der Mitarbeiter hat sich verdoppelt. Gleiches wird für die Exportquote angepeilt. Vier Firmen siedelten sich durch die Vereinsaktivitäten neu an. Das Miteinander im Verbund aus Wirtschaft, Forschung und von kommunaler Seite zeigt Synergien auf und setzt diese erfolgreich um. Die Stadt Parchim, so die Erste Stadträtin Birgit Alisch, strebe ständig nach einer Ergänzung der notwendigen Infrastruktur und investiert jährlich acht Millionen Euro, um die industrielle Bedeutung der Noch-Kreisstadt zu stärken. Es läge auf der Hand, so Alisch, dass produzierende Standorte motivierend für die Stadtpolitik sind. Das Industriegebiet West, wo heute Unternehmen der Hydraulik Nord-Gruppe ihren Stammsitz haben, soll daher auch weiter gefördert werden. Als ausgesprochen lobenswert würdigte die stellvertretende Bürgermeisterin die Entwicklung des Parchimer Innovations- und Technologiezentrums (PITZ). Alle Räume seien vermietet, in den vergangenen vier Jahren seit Eröffnung des Kompetenzzentrums sei die Zahl der Mitarbeiter von 28 auf 60 gestiegen.

Erfolg hat Gründe. Und nicht wenige davon gehen auf Netzwerke zurück, berichtete Dr. Karl Werner, Geschäftsführer der Hydraulik Nord Parchim-Gruppe. Das Unternehmen mit seinen 1900 Mitarbeitern, schmeichelhaft als Mittelstand bezeichnet, erreicht in fünf verschiedenen Geschäftsfeldern zwischen klassischer Metallindustrie und Spitzentechnologien ein deutliches Wachstum. Ein enges Beziehungsgeflecht mit Kunden und Partnern, motivierte wie auch flexible Mitarbeiter vor Ort, die feste Integration in das Unternehmensumfeld, beste Kontakte zum Forschungspotenzial des Landes und nicht zuletzt gute Förderprogramme verhelfen nicht nur den Metallern in Parchim zu neuen Tätigkeitsfeldern.

Für das InnoRegio-Projekt Nukleus, welches auch nach der nun zu Ende gehenden Förderperiode Bestand haben soll, nannte Karl Werner die Entwicklung eines elektrohydraulischen Lenksystems für langsam fahrende Fahrzeuge als signifikantes Ergebnis der Arbeit im Netzwerk des Präzisionsmaschinenbaus.

Dr. Thomas Weisener, Geschäftsführer der HNP Mikrosysteme GmbH führte ein anderes Beispiel an, welches Glanz auf Nukleus wirft. In seinem Unternehmen entstand eine neue Pumpenbaureihe, mit der es gelingen soll, weltweit auf Augenhöhe zu agieren.

Prof. Karl-Heinz Hischmann von der Universität Rostock hält es nicht für ausreichend, nur in die innovative Firmen zu investieren, wenn Basistechnologien und Mitarbeiter mit entsprechender Kompetenz dafür fehlen. Vielmehr seien es die Netzwerk-Mitstreiter, die Voraussetzungen für das Entstehen neuer Industriezweige schaffen.


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